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Warum mein Herz für die außerklinische Geburtshilfe schlägt!

Noch nie war das Thema Schwangerschaft und Geburt für mich so präsent wie momentan. Zum einen hat das natürlich damit zu tun, dass ich selbst wieder schwanger bin – zum anderen ist es natürlich ein beruflicher Teil meiner Arbeit.

Auf Instagram haben mich in den letzten Wochen immer wieder die gleichen / bzw. ähnliche Fragen zur außerklinischen Geburt erreicht. Der Bitte, darüber etwas zu schreiben, möchte ich gerne nachgehen.

Es gab in diesem Zusammenhang etliche Fragen:

  • Warum ich mich nach dem Kaiserschnitt bei der Geburt von Nora wieder für eine außerklinische Geburt entschieden habe
  • Welche Gründe für mich gegen eine klinische Geburt sprechen
  • und, und, und.

Vorab: Es geht hier um meine persönliche Meinung. Die muss nicht jeder teilen oder gut finden.

Schwangere brauchen einen sicheren Raum um zu entbinden

Für mich gehört zu einer sicheren Geburt vor allem eine verlässliche Begleitung (ganz in dem Umfang, den ich mir wünsche). Das heißt also, auch wenn ich eine Geburt im Geburtshaus oder daheim anstrebe, muss es ja nicht so sein, dass die Hebamme mir gefühlt die ganze Zeit auf dem Schoß sitzt. Aber sie ist eben da und immer griffbereit.

Dieser Zustand momentan in den hiesigen Kliniken nicht bis kaum vorzufinden. Auch wenn manchem Geräte Sicherheit geben mögen – diese sind es nur, wenn sie auch beobachtet und ausgewertet werden. Das ist beim klassischen CTG der Fall. Eine Frau alleine im Kämmerchen ans CTG zu schließen und dann von Sicherheit zu sprechen ist Heuchelei. Besteht nicht genug Zeit das CTG zu betreuen, ist es sinnlos.

Ganz nach dem Motto: „Wer viel misst, misst viel Mist“ wird sich in den Kliniken auf das CTG als Geburtsbegleiter verlassen. Das Hören von Herztönen und das Nutzen vom CTG erfordert viel mehr Anwesenheit und Dokumentation durch den Geburtshelfer. Das ist natürlich nicht Schuld des CTG’s, sondern die unseres (Kranken-) Gesundheitssystems. Generell bin ich gegen CTG als Routine Untersuchung in der Schwangerschaft – aber dies ist wieder ein anderes Thema.

Für mich bedeutet also: Die Kliniken sind für mich kein sicherer Raum um ein Kind auf die Welt zu bringen. Ich wünsche mir eine 1:1 Betreuung (die macht die Geburt nämlich vor allem sicher).

Willkommen in der Interventionsspirale

Jede 4. Schwangere wird eingeleitet.

Jede 3. Schwangere erhält Wehenmittel.

1/3 der Geburten sind Kaiserschnitte.

Das ist die Bilanz der Klinikgeburt. In Hessen sind die Zahlen mittlerweile katastrophaler.

30% der Schwangeren erhalten darüber hinaus einen Dammschnitt. Etliche davon ohne Einverständnis.

Das sind nur einige Beispiele und Zahlen. Fakt ist, nicht selten beginnt eine Geburt in der Klinik mit einer Einleitung und ebenfalls oft endet diese, im Umweg über weitere (oft nicht notwendige) Interventionen im OP. Für mich war von Anfang an klar, dass ich weder eine PDA benötige noch das ich in diese Spirale tappen möchte. Jeder, der meinen Account schon länger verfolgt weiß, dass ich bei Nora selbst einen ungeplanten Kaiserschnitt nach Verlegung aus dem Geburtshaus hatte.

„Warum tust du dir das wieder an?“

17 von 100 Frauen haben eine Verlegung vom Geburtshaus in eine nahgelegene Klinik. Meist wegen Probleme mit der Plazenta. Nur 1  von diesen 17 ist ein Notfall.

Da der Grund für meinen damaligen Kaiserschnitt kein weiteres Risiko darstellt, gibt es für mich keinen Grund nicht wieder ins Geburtshaus zu gehen. Würde das Risiko nicht abschätzbar sein, würde das Geburtshaus mich ablehnen. Wir haben uns im Vorfeld lange mit der Hebamme besprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass nichts gegen einen weiteren Versuch spricht.

Ich bin weiterhin von den enormen Vorteilen der außerklinischen Geburtshilfe überzeugt. Die außerklinische Geburtshilfe erhält seit 1999 Bestnoten und ist sicher. Im Gegenzug dazu, sind die Zustände in den Kliniken auf Katastrophenniveau (Aussage von Dr. Louwen im HR Bericht „Defacto“ vom 27.05.2019).

Welche Vorteile sehe ich in der außerklinischen Geburtshilfe?

  • Permanente 1:1 Betreuung (alleine das macht viele Interventionen (selbst wenn sie möglich wären) nicht nötig)
  • Gewalt in der außerklinischen Geburtshilfe? Fehlanzeige
  • Ich finde die gesamte Atmosphäre viel gemütlicher und familiärer
  • Die Hebamme(-n) sind bekannt und vertraut (durch die Vorsorge bzw. das Kennenlernen in der Schwangerschaft)
  • Keine unnötigen Interventionen; keinen frühzeitigen Druck in Sachen Einleitung
  • Die Frauen erleben keinen Druck und absolute Selbstbestimmung
  • Die Geburtsvorbereitung wird bewusster erlebt
  • Bewusster Umgang mit dem Thema Schmerzbewältigung
  • Bewusstes Auseinandersetzen mit dem Thema Geburt / Frau sein
  • Die Männer werden viel besser eingebunden in den Geburtsvorgang

Welche Nachteile sehe ich in der außerklinischen Geburtshilfe?

  • Die U2 findet außer Haus statt (ggf. habt ihr aber einen Kinderarzt in der Nähe, der in diesem Fall einen Hausbesuch anbietet
  • Bei einer Verlegung (Zahlen s. oben) kann der Verlegungsweg unangenehm sein

Das ist unser Weg

Wie bereits oben geschrieben, ist das meine Meinung. Das ist unser Weg. Ob das euer Weg ist, müsst ihr ganz alleine entscheiden. Ich bin der Meinung, dass für eine gesunde Schwangere Frau das Krankenhaus nicht der richtige Ort ist, um ein Kind auf die Welt zu bringen.

Quellen: QUAG e.V. – Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburshilfe. Stand: Januar 2019

Wie steht ihr zum Thema außerklinische Geburtshilfe?

 

 

 

 

Grüße und bis bald wieder ....
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Warum mein Herz für die außerklinische Geburtshilfe schlägt!

von ChristinJost Lesezeit: 4 min
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